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«Wir sind die Schweiz» – Ein Tag im Juli, Folge 3

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«Wir sind die Schweiz» – Ein Tag im Juli, Folge 3

Beitrag von Forum Member » Donnerstag 19. April 2018, 12:28

Rolf Bischofberger, Landwirt und Marktfahrer
Der 52-jährige Appenzeller hat als junger Mann den Bauernhof seiner Eltern übernommen und zusammen mit seiner Frau Judith auf Biolandwirtschaft und Schafmilchwirtschaft umgestellt. Als Landwirt muss man erfinderisch sein, wenn der Betrieb rentieren soll. Darum hat Rolf mitgeholfen, den St. Galler Bauernmarkt zu gründen. Direkt ab Hof verkauft er dort einmal pro Woche Brot, Eier, Tomaten und Beeren – je nach Saison. Rolf und Judith leben und arbeiten seit 26 Jahren zusammen, sie sind ein eingespieltes Team. Die beiden Kinder sind fast erwachsen und studieren in Zürich und Kreuzlingen.

Vreni Lenzi, Leiterin Asylzentrum Basel
Die 64-jährige Baslerin stieg vor 20 Jahren wieder ins Berufsleben ein, nachdem sie als Hausfrau und Mutter zwei Kinder gross gezogen hatte. Seit 14 Jahren
leitet Vreni das Asylempfangszentrum in Basel, eines von fünf Empfangszentren in der Schweiz. Täglich kommen Asylsuchende aus Eritrea und Syrien an, die medizinisch kontrolliert und registriert werden müssen, bevor sie in die Kantone weiterreisen können. Vreni versucht pragmatisch, mit ihnen einen sinnvollen Alltag zu gestalten. Beruf und Privatleben trennt sie strikt. Ihre Freizeit verbringt sie mit ihrem Partner, ihren Kindern, dem Enkel und Freunden am liebsten in ihrem Schrebergarten.

Claudia Imhof, Lokführerin
Claudia ist mit 22 Jahren eine der jüngsten SBB-Lokführerinnen der Schweiz. Ihr Dienst beginnt oft, wenn andere noch schlafen. Sie fährt dann die typischen Pendlerstrecken im Grossraum Zürich. Sie würde sich freuen, wenn die Passagiere ein bisschen fröhlicher wären am Morgen und findet generell, die Schweizer nähmen das Leben manchmal zu ernst. Wenn die Zeit reicht, besucht sie ihre behinderte Schwester Tanja. Diese hat ein Down-Syndrom und lebt in einem Behindertenheim. Vor kurzem ist Claudia mit ihrem Freund Silvio zusammengezogen. Als Lokführer hat er Verständnis für ihre unregelmässigen Arbeitszeiten.

Kasinathan Kethys, Beizer
Kasinathan, 46 Jahre alt, ist einer von rund 50‘000 Tamilen in der Schweiz und führt im Berner Schwarzenburgerland den Landgasthof «Sternen». Vor 28 Jahren
kam er als Flüchtling in die Schweiz, war zum ersten Mal von seiner Familie getrennt und hatte starkes Heimweh, da er weder Deutsch noch Englisch verstand. Aber er entschied, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und hat sich vom Tellerwäscher zum Koch und dann zum Wirt hochgearbeitet. Als vor vier Jahren der «Sternen» zur Pacht ausgeschrieben war, erhielt Kesinathan den Zuschlag. Heute betreibt er das Restaurant mit seiner Frau Nantha zusammen. Die beiden Kinder helfen in der Freizeit mit.


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